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Multimeter kaufen – was ist zu beachten? Was ist wichtig?

Multimeter sind aus der heutigen Elektrik und Elektronik als modernes Vielfachmessgerät nicht mehr wegzudenken. Ob Sie nun als Heimwerker Installationen am Eigenheim vornehmen, Ihr Auto reparieren, oder als professionelle Elektrofachkraft arbeiten – das Multimeter gehört stets dazu!

Multimeter – was ist das überhaupt?

Wie wir bereits wissen, sind die wichtigsten Messfunktionen Spannung (Volt → V), Strom (Ampere → A) und Widerstand (Ohm → Ω). Möchte man nun diese einzelnen Bereiche messen, wird im Prinzip entweder ein Voltmeter, Amperemeter oder Ohmmeter benötigt.

Ein Multimeter, dessen Begriff sich aus dem lateinischen Wort „multus“ (zu Deutsch: „viel“) sowie dem altgriechischen Wort „métron“ (zu Deutsch: „Werkzeug zum Messen“) ableitet, vereint all dies und wird im Volksmund daher auch gern als Vielfachmessgerät bezeichnet. Je nach Ausstattung gibt es Modelle, die sich ausschließlich auf diese Basisfunktion beschränken, oder eine Vielzahl an weiteren Messfunktionen bietet.

Sicherheit steht an erster Stelle!

Wo es um Sicherheit geht, ist kein Platz für Kompromisse. Oftmals lassen sich Anwender von Billigangeboten verleiten, ohne zu wissen, in welchen Einsatzgebieten es gefahrlos verwendet werden kann, oder ob es von einer seriösen Organisation wie dem TÜV oder VDE überhaupt als sicher eingestuft wurde.

Das Verwenden solcher Billigprodukte kann lebensgefährlich sein. Wenn Sie ein für sich passendes Multimeter kaufen wollen, ist das Thema Sicherheit somit eines der wichtigsten Kriterien und benötigt Ihre volle Aufmerksamkeit.

Multimeter Messkategorien nach IEC 61010-1

Die Messkategorie von einem Multimeter gibt Aufschluss darüber, in welchen Anwendungsbereichen es gefahrlos eingesetzt werden kann. Diese Sicherheitseinstufung wird durch die IEC 61010-1 (Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte) festgelegt und ist für Sie ein ganz entscheidendes Kriterium, wenn Sie ein neues Multimeter kaufen wollen.

Abhängig vom Einsatzzweck gibt es vier unterschiedliche Sicherheitseinstufungen. Hierbei wird der Schutz eines Messgerätes vor einer transienten Überspannung durch die Angabe der Messkategorie (Überspannungskategorie) und der Arbeitsspannung (Nennspannung gegen Erde) bestimmt.

Achten Sie bei einem Multimeter unbedingt darauf, dass Angaben wie beispielsweise „CAT IV 600 V, CAT III 1.000 V“ deutlich auf dem Gerät zu erkennen sind. Fehlen solche Angaben gänzlich, darf es ausschließlich für Einsatzzwecke der Messkategorie CAT I verwendet werden. Im Umkehrschluss versteht sich, dass die Sicherheitseinstufungen abwärtskompatibel sind. Ein Vielfachmessgerät aus der Messkategorie IV beispielsweise kann gefahrlos für alle Einsatzgebiete von CAT I bis CAT IV verwendet werden.

Messkategorie CAT I

Hierunter fallen alle Messungen an Stromkreisen, die keine direkte Verbindung zum Netz haben (Batteriebetrieb), oder einen eingebauten Sicherheitstransformator besitzen, der die Stromspannung limitiert und dafür sorgt, dass transiente Überspannungen auf einen niedrigen Pegel begrenzt werden.
Geräte der Schutzklasse III (Schutzkleinspannung)
Die Betriebsspannung bei einer Schutzkleinspannung beträgt maximal 50V Wechselspannung und 120V Gleichspannung. Ziel dieser Sicherheitsmaßnahme ist der Schutz gegen direktes und indirektes Berühren. Solche Schutzkleinspannungsanlagen werden ohne Schutzleiter betrieben und dürfen keine Verbindung mit dem geerdeten Versorgungsnetz des Schutzkleinspannungs-Erzeugers haben. Ebenso dürfen aktive Teile weder geerdet noch mit Teilen höherer Spannung verbunden sein.Geräte der Schutzklasse III sind beispielsweise Gegensprechanlagen, Türklingeln oder Laptop-Netzteile und mit dem folgenden Symbol gekennzeichnet:

Batteriebetriebene Geräte
Prinzipiell alle Geräte, die von einer Batterie betrieben werden, fallen unter die Messkategorie CAT I. Hierzu zählen beispielsweise Taschenlampen und die Fernbedienung Ihres Fernsehgerätes.

PKW-Elektrik
Ob Sie nun die Lichtmaschine Ihres PKW durchmessen wollen oder beim Einbau einer neuen Musikanlage Prüfmessungen von Nöten sind – all dies fällt ebenfalls unter die Messkategorie CAT I.

Messkategorie CAT II

Anwendungsgebiete dieser Messkategorie sind Messungen an Stromkreisen, die eine direkte Verbindung mittels Stecker mit dem Niederspannungsnetz haben.
Hierzu zählen zum Beispiel:
Elektrogeräte wie Computer, Drucker, Scanner oder Faxgerät
 Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Staubsauger, Mixer, Wasserkocher, Mikrowelle, Haartrockner oder Bügeleisen
 Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschine, Stichsäge, Dremel oder Schleifgerät

Messkategorie CAT III

Alle Messungen an fest installierten Geräten der Gebäude- bzw. Hausinstallation, die nicht über steckbare Anschlüsse mit dem Stromnetz verbunden sind, fallen unter die Messkategorie CAT III.

Dazu gehören zum Beispiel:
Unterverteiler
Leitungen
stationäre Verbraucher
Steckdosen
Schalter

Messkategorie CAT IV

Messungen an der Quelle der Niederspannungsinstallation gehören letztendlich der Messkategorie IV an.

Hierzu zählen beispielsweise:
Der Stromzähler
Der Hauptanschluss
Niederspannungs-Freileitungen
Der primäre Überstromschutz (Hauptsicherung)

Achten Sie auf das GS-Zeichen

Wir empfehlen Ihnen, dass Sie nur ein Multimeter kaufen, wenn es das GS Siegel enthält. Mit dem GS Siegel bestätigt der Hersteller, dass das Gerät von einer vertrauenswürdigen Organisationen wie dem TÜV (Technischer Überwachungsverein) oder VDE (Verband der Elektrotechnik und Elektronik) geprüft und als sicher eingestuft wurde.

Bitte beachten Sie hierzu, dass das CE Zeichen lediglich ein Verwaltungszeichen der EU und kein Prüfsiegel ist.

 

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PeakTech 2025 Digital Multimeter Voltcraft VC830 Digital Multimeter
Modell PeakTech 2025 Digital MultimeterVoltcraft VC830 Digital Multimeter
Grundgenauigkeit1%0.5%
Batterietyp2 x 1,5V Micro (LR03/AAA)1 x 9V Block (6F22/6LR61)
Messkategorie

CAT III 600V

CAT III 1000V
CAT IV 600V

Anzeige6.000 Counts6.000 Counts
Wechselspannungsmessung0,1 mV - 600 V 1 mV - 750 V 
Gleichspannungsmessung0,1 mV - 600 V 0,1 mV - 1000 V 
Wechselstrommessung0,1 µA - 10 A 0,1 µA - 10 A 
Gleichstrommessung0,1 µA - 10 A0,1 µA - 10 A
Widerstandsmessung0,1 Ω - 60 MΩ0,1 Ω - 60 MΩ
Kapazitätsmessung0,01 nF - 200 µF 0,01 nF - 4000 µF 
Frequenzmessung0,01 Hz - 30 MHz 10 Hz - 10 MHz 
Temperaturmessung-20°C bis + 1.000°C-
Durchgangsprüfung11
Diodentest11
Gewicht400 g380 g
Breite95 mm91 mm
Höhe190 mm185 mm
Tiefe45 mm43 mm
DetailsKaufenDetails
20 600
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Was kann ein Multimeter messen?

In der Messtechnik gibt es unterschiedliche Messfunktionen, mit denen jeweils bestimmte Eigenschaften gemessen werden. Die hierbei wichtigsten Messfunktionen bildet quasi das Ohmsche Gesetz mit Spannung, Strom und Widerstand. Diese Messfunktionen beinhaltet jedes seriöse Multimeter.

Je nachdem, was Sie später messen wollen, ist es natürlich nicht nur entscheidend, dass jene Funktion überhaupt enthalten ist, sondern auch einen vernünftigen Messbereich abdeckt. Erfahren Sie im folgenden die Bedeutung des Begriffs Multimeter, welche Messfunktionen es überhaupt gibt und worauf genau zu achten ist.

Kurzübersicht aller Messfunktionen und ihre Relevanz

Unabhängig davon, ob Sie Einsteiger, fortgeschritten oder Profianwender sind, gelten die Messfunktionen Spannung, Strom und Widerstand als unabdingbar. Weitere Messfunktionen können für Sie entweder unwichtig sein, oder je nach Bedarf an Bedeutung dazugewinnen.

Bitte beachten Sie, dass die folgende Auflistung lediglich eine grobe Richtungsweisung der Redaktion darstellt, welche auf Empfehlungen von Profianwendern basieren. Ob beispielsweise Durchgangsprüfung und Diodenprüfung stets im Multimeter enthalten sein sollten, sind Themen über die sich streiten lässt. Ziel der folgenden Tabelle ist lediglich, Ihnen eine vernünftige Basis zur späteren Kaufentscheidung zu bieten.

Einsteiger Fortgeschrittene Profianwender
 

Pflicht
(bis mindestens)

 

 

Bei Bedarf
(bis mindestens)

 

 

Pflicht
(bis mindestens)

 

 

Bei Bedarf
(bis mindestens)

 

 

Pflicht
(bis mindestens)

 

 

Bei Bedarf
(bis mindestens)

 

Spannungsmessung 250 V 1000 V 5000 V
Strommessung 2A 10 A 20 A
Widerstandsmessung 1000 Ω 10 kΩ 50 MΩ
Durchgangsprüfung X X X
Diodenprüfung X X X
Kapazitätsmessung 200 mikroF 100 mF bis 1 F
Temperaturmessung 0 °C – 100 °C -20 °C bis 250 °C -50 °C bis 1000 °C
Frequenzmessung 100 kHz 1 MHz 10 MHz
Helligkeitsmessung X 4000 lx 40000 lx
Lautstärkemessung 35 db – 90 dB 35 db – 100 dB 35 db bis mindestens 110 dB
Feuchtigkeitsmessung 40 % bis 90 % 35 % bis 95 % 30 % bis 99 %

Spannungsmessung

Elektrische Spannung hat ihre Ursache in der Trennung von elektrischen Ladungen. Dadurch entsteht an einem Punkt ein Elektronenüberschuss und an anderer Stelle ein Elektronenmangel. Bei der Spannungsmessung messen Sie die Energie, die nötig ist, um die Differenz an Elektronen auszugleichen.

Bei der Messung müssen Sie zwischen Gleichspannung (DC) und Wechselspannung (AC) unterscheiden. Die Spannungsmessung wird immer parallel durchgeführt. Die Einheit der elektrischen Spannung ist Volt. Je nach Größe der Spannung ist die Angabe in Millivolt (mV), Volt (V) und Kilovolt (kV) geläufig.

Strommessung

Elektrischer Strom entsteht durch die gerichtete Bewegung von elektrischen Ladungsträgern, indem sich die Elektronen von der Seite des Überschusses zur Seite mit dem Mangel bewegen. Die technische Stromrichtung beschreibt den Stromfluss von + nach -, während der Strom physikalisch von – nach + fließt. Bei der Messung unterscheiden Sie zwischen Gleichstrom und Wechselstrom. Die Strommessung wird immer in Reihe durchgeführt.

Die Einheit des elektrischen Stroms ist Ampere. Je nach Größe des Stroms wird dieser in Mikroampere (mikroA), Milliampere (mA), Ampere (A) und Kiloampere (kA) angegeben.

Widerstandsmessung

Der elektrische Widerstand gibt an, welche Spannung nötig ist, um einen bestimmten Strom durch einen Leiter fließen zu lassen. Strom und Widerstand sind dabei umgekehrt proportional. Das bedeutet: Je größer der Widerstand ist, umso kleiner wird der Strom. Die Widerstandsmessung führen Sie immer mit parallel geschaltetem Messgerät durch.

Die Einheit des Widerstands ist Ohm (Ω). Je nach Größe des Widerstands wird dieser in Milliohm (mΩ), Ohm (Ω), Kiloohm (kΩ) und Megaohm (MΩ) angegeben.

Durchgangsprüfung

Eine Durchgangsprüfung ist im Grunde eine Widerstandsmessung. Der Unterschied ist, dass das Messgerät Ihnen hier beim Unterschreiten eines bestimmten Widerstandswertes ein akustisches Signal gibt. Die Funktion wird zum Beispiel zur Überprüfung von Drähten, Lampen und Lötstellen eingesetzt.

Bei der Durchgangsprüfung wird, genau wie bei der Widerstandsmessung, ein Wert in Ohm angezeigt. Wichtiger ist allerdings das akustische Signal bei Durchgang.

Diodenprüfung

Eine Diode ist ein elektronisches Bauteil, welches über eine Durchlassrichtung und Sperrrichtung verfügt. In Durchlassrichtung genügt eine kleine Spannung, damit Strom fließt. In Sperrrichtung weist die Diode einen großen Widerstand auf. Bei der Diodenprüfung mit einem Multimeter messen Sie beide Richtungen durch.

Dioden besitzen keine Einheit. Das Multimeter zeigt in Durchlassrichtung jedoch in der Regel die Durchlassspannung der Diode in Volt (V) an. In Sperrrichtung darf kein Wert erscheinen.

Kapazitätsmessung

Eine Kapazität bezeichnet die Eigenschaft eines Stoffes, eine elektrische Ladung aufzunehmen, zu speichern und wieder abzugeben. Ein Bauteil mit einer Kapazität können Sie sich wie eine winzige Batterie vorstellen. Bauteile mit einer Kapazität werden als Kondensatoren bezeichnet. Zum Messen der Kapazität erzeugt das Multimeter eine Spannung und beobachtet das Verhalten des Bauteils an dieser Spannung.

Die Einheit der Kapazität ist Farad. Aufgrund der enormen Größe der Grundeinheit arbeiten Sie in der Elektrotechnik meist mit Millifarad (mF), Mikrofarad (mikroF) und sogar Pikofarad (pF).

Temperaturmessung

Die Temperaturmessung ermittelt die Temperatur an einem Ort mithilfe eines Messfühlers. Die Messung setzen Sie zum Beispiel bei der Fehlersuche ein, um eine übermäßige Erwärmung festzustellen. Die Bezugstemperatur von 0 °C ist die Gefriertemperatur von destilliertem Wasser. Der Messfühler besteht aus einem Thermoelement, welches seinen elektrischen Widerstand in Abhängigkeit von der Temperatur ändert.

Die Einheit der Temperatur ist das Grad Celsius. Das Messgerät zeigt auch immer einen Wert in Grad Celsius (°C) an.

Frequenzmessung

Die Frequenz einer Spannung gibt an, wie schnell diese ihren Wert verändert. Jeder Wert steht für eine volle Periode, also eine positive und eine negative Schwingung um einen Mittelwert. Die Netzspannung in Deutschland besitzt eine Frequenz von 50 Hz, schwingt also 50 Mal pro Sekunde auf und ab.

Die Einheit der Frequenz ist Hertz. Meist werden Frequenzen in Hertz (Hz), Kilohertz (Hz) und Megahertz (Hz) angegeben.

Helligkeitsmessung

Die Helligkeitsmessung misst die Beleuchtungsstärke auf einer bestimmten Fläche. Die Messung dürfen Sie nicht mit der Messung des Lichtstroms verwechseln, da Sie hier eine andere Einheit als Ergebnis erhalten. Der Lichtstrom passiert nur einen Punkt, während die Beleuchtungsstärke die Ausleuchtung der ganzen Fläche betrachtet. Die Messung wird mithilfe eines fotoelektrischen Bauteils vorgenommen, welches seinen Widerstand in Abhängigkeit vom Lichteinfall verändert.

Die Einheit der Helligkeit ist Lux. Meist werden Helligkeiten in Lux (lx) angegeben, eine Umrechnung in größere oder kleinere Einheiten ist hier nicht üblich. Die Einheit darf nicht mit Lumen bei der Lichtstrommessung verwechselt werden!

Lautstärkemessung

Multimeter zur Messung der Lautstärke messen eigentlich den Schalldruckpegel und errechnen darüber die Lautstärke. Häufig wird diese Messung auch als Rauschmessung oder Schallpegelmessung bezeichnet. Während der Messung dürfen Sie das im Multimeter eingebaute Mikrofon nicht verdecken, da Sie andernfalls zu niedrige Werte erhalten.

Die Einheit der Lautstärke ist das Bel. Lautstärken im Hörbereich des Menschen und Referenzwerte werden aber fast ausschließlich in Dezibel (dB) angegeben.

Feuchtigkeitsmessung

Eine Messung der Feuchtigkeit wird meist mit einer kapazitiven Messmethode vorgenommen. Dabei erzeugt eine Kapazität ein elektrisches Feld, welches je nach Feuchtigkeitsgehalt gestört wird. Das Multimeter errechnet Ihnen aus den erhaltenen Werten die relative Luftfeuchtigkeit in der Luft oder an einer Oberfläche.

Die Einheit der Feuchtigkeit ist die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Die Angabe erfolgt ausschließlich durch ein Prozentzeichen und der Wert kann nie höher als 100 % sein.

 

Die technischen Eigenschaften eines Multimeter

Auf technische Eigenschaften wie Auflösung und Counts, sowie die Multimeter Genauigkeit sollten Sie ganz besonders achten, wenn Sie sich ein neues Multimeter kaufen wollen. Damit Sie sich vor Ihrer Kaufentscheidung hierüber informieren können, haben wir im folgenden alle wichtigen Informationen zusammengetragen und klären darüber hinaus über die Besonderheit der True RMS Funktion auf.
Was Counts über eine Multimeter Auflösung aussagen

Im Zuge der Digitalisierung lösen digitale Multimeter analoge Geräte auf dem Markt immer mehr ab. Bei einem digitalen Multimeter wird das Messsignal in eine Zahl umgewandelt, die auf einem LED Display angezeigt wird. Die Auflösung Ihres Multimeters bestimmt dabei, wie viele Ziffern dargestellt werden können.

Die Auflösung Ihres Multimeters zeigt Ihnen, wie fein die gemessene Größe dargestellt werden kann. Auf einem imaginären Zahlenstrahl gibt sie die minimalen Abstände zwischen den einzelnen Markierungen ab. Bei einem Messbereich von 200,0 mV bedeutet eine Auflösung von 0,1 mV, dass die kleinste Änderung, die dargestellt werden kann, die erste Nachkommastelle betrifft. Ob die Spannung also 132,33 mV oder 132,36 mV beträgt, kann das Gerät nicht mehr unterscheiden, aber sehr wohl zwischen 132,3 und 132,4 mV.

Eng verknüpft mit der Auflösung ist der Begriff „Counts„, der auf Englisch „Schritte“ bedeutet. Ein Multimeter mit 2000 Counts kann einen Bereich von 0 bis 1999 darstellen, bei 4000 Counts sind es 3.999. Eine alternative Bezeichnung für ein Multimeter mit 4.000 Counts ist der Ausdruck „3 3/4 Stellen“. Die Zahl ist nicht als Bruch zu verstehen. Sie bedeutet, dass auf dem Display, von rechts nach links, die ersten drei Ziffern einen Wert von 0 bis 9 annehmen können. Die linke Ziffer beschränkt sich dagegen nur auf die Werte 0,1,2 und 3. Ein Multimeter mit 2.000 Counts wird demnach als Gerät mit „3 1/2 Stellen“ bezeichnet. Die linke Ziffer zeigt dann nur eine 0 oder eine 1 an.

DiplaystellenCountsCountbereich
3 1/22.0000 - 1.999
3 3/44.0000 - 3.999
3 5/66.0000 - 5.999
4 1/220.0000 - 19.999
4 3/440.0000 - 39.999
4 5/660.0000 - 59.999

Mit der Anzahl der Counts kennen Sie nun die Auflösung Ihres Multimeters. Wichtig für die Zuverlässigkeit Ihrer Messung ist jedoch auch und vor allem die Genauigkeit.

Um die Auflösung Ihres Messgerätes in einem bestimmten Messbereich zu bestimmen, teilen Sie den Messbereich durch die Counts. Messen Sie im 2V-Messbereich mit einem 2.000 Counts Multimeter, beträgt die Auflösung

2V/2000= 1 mV

Wenn Sie ein digitales Multimeter kaufen wollen, sollten Sie unbedingt auf die im Display darstellbaren Zahlenwerte achten. Die Darstellung dieser Werte wird in Schritten gezählt, wobei „Schritte“ auf Englisch counts bedeutet. Je höher der Wert dieser counts ist, desto mehr Stellen können im Display angezeigt werden. Folglich bedeutet eine möglichst hohe Anzahl an Counts ein umso genaueres Messergebnis.

Von kostengünstigen Modellen mit den einfachsten Grundausstattungen bishin zu hochwertigeren Multimetern variiert die Anzahl von im Gerät enthaltenen counts stark. Bevor Sie ein Multimeter kaufen, sollten Sie sich also unbedingt überlegen, welche Auflösung in Ihrem Fall sinnvoll ist. Besitzt ein Digitalmultimeter beispielsweise 2000 counts kann es einen Bereich von 0 bis 1999 darstellen, wobei der Dezimalpunkt an jeder beliebigen Stelle stehen kann. Dieser Bereich kann unter Umständen für manch Ihrer Einsatzzwecke bereits ausreichend sein, jedoch ist es generell ratsam, dass Sie ein Multimeter kaufen, welches auch höhere Bereiche darstellen kann. Bei hochwertigen Modellen reicht die Anzahl der counts oftmals bis zu 20.000, 40.000 oder sogar 60.000 counts.

Früher oder später werden Sie beim Thema Displayanzeige über Werte wie „3 1/2“ oder „4 5/6“ stolpern, welche keineswegs als Brüche zu verstehen sind. Dies sind Angaben, welche die linke, höchstwertige Stelle des Displays annehmen kann.

Hier ein paar Beispiele:

Fazit für Ihre Kaufentscheidung:

Es gibt durchaus empfehlenswerte Multimeter für Einsteiger mit einer Auflösung von 2.000 counts. Besonders hier gilt, dass es nicht immer das Beste vom Besten sein muss. Bedenken Sie jedoch folgendes: Je höher Ihre Anforderungen an das Vielfachmessgerät und je anspruchsvoller Ihre geplanten Einsatzgebiete sind, desto höher sollte auch die Auflösung des Multimeters sein und eher in den fünfstelligen count Bereich tendieren.

Warum die Multimeter Grundgenauigkeit so wichtig ist

Ein Multimeter misst verschiedene elektrische Größen wie Widerstand, Spannung und Strom, aber auch je nach Modell Kapazität, Frequenz und Temperatur. Die Grundgenauigkeit eines Multimeters gibt hierbei an, wie groß der mögliche Messfehler bei der gemessenen Größe und im jeweiligen Messbereich ist. Damit können Sie die maximal mögliche Abweichung Ihres Messwerts ausrechnen.

Den Toleranzbereich Ihres Messwerts zu kennen ist besonders bei Messungen im Bereich Hochspannung für die Sicherheit wichtig. Aber auch bei Experimenten und anderen Arbeiten beeinflusst die Genauigkeit des Messwerts das Endergebnis. Aus diesem Grund kommt der Genauigkeit eines Multimeters eine besondere Bedeutung zu.

Die Grundgenauigkeit eines Digitalmultimeters wird in dem Format „%+Digits“ angegeben, zum Beispiel „±0,2 % + 3 Digits“. Diese Angabe bezieht sich immer auf den jeweiligen Messwert. Angenommen, Sie messen eine Spannung von 100 mV, sind 0,1 Prozent des Messwerts

100 mV*0,2%= 0,2 mV

Die angegeben Digits müssen Sie dazu addieren, um die Genauigkeit des Messung zu erhalten. In diesem Beispiel heißt das

0,2 mV+0,3 mV=0,5 mV

Das bedeutet, dass Ihr Messwert 99,5 mV bis 100,5 mV betragen kann.

Beachten Sie, dass die Genauigkeit immer vom ausgewählten Messbereich abhängt. Auf dem Datenblatt Ihres Herstellers finden Sie für jeden Messbereich und Art der Messung die dazugehörige Genauigkeit.

Fazit für Einsteiger:
Die Wahl des richtigen Multimeters hängt davon ab, was Sie damit vorhaben. Für gelegentliches Heimwerken oder Experimente in der Schule reicht in der Regel ein Einsteigermodell wie das PeakTech 2025. Mit 6.000 Counts und einer Grundgenauigkeit von 0,5% + 4 ist es das Richtige für Anwender, die ein solides Gerät mit den wichtigsten Funktionen haben möchten, ohne allzu tief in die Tasche greifen zu müssen.
Fazit für Fortgeschrittene:
Für fortgeschrittene Anwender, die auf einen größeren Messbereich und genauere Messungen Wert legen, eignet sich ein Modell wie das Fluke 175 True RMS Multimeter. Das Gerät besitzt 6.000 Counts und weist eine Grundgenauigkeit von 0,1% auf. Sowohl bei Gleich- als auch bei Wechselstrom deckt es einen Messbereich von 0.1 mV bis 1000 V. Auch Diodentests, Frequenz- und Kapazitätsmessungen sind möglich.
Fazit für Professionelle Anwender:

Professionelle Anwender wie Techniker und Elektriker sollten auf ein Multimeter für den Industrieeinsatz vertrauen. Das Fluke 289 ist ein gutes Beispiel dafür. Mit einer Grundgenauigkeit von 0.025 % und 50000 Counts ermöglicht es extrem präzise Messungen. Mit der TrendCapture Funktion kann es die Messwerte graphisch darstellen, ohne mit einem PC verbunden zu sein. Ein Tiefpassfilter sorgt für ultragenaue Spannungs- und Frequenzmessungen bei Antriebssteuerungen mit variabler Drehzahl.

Merke:

Je höher die Grundgenauigkeit eines Multimeters, desto präziser das Messergebnis.

Die True RMS Eigenschaft

Was ist ein True RMS Multimeter?
Die Abkürzung „True RMS“ steht für True Root Mean Square. Auf Deutsch wird der englische Begriff mit dem Ausdruck „echter Effektivwert“ übersetzt. True RMS Multimeter geben bei jeder Wechselspannung den tatsächlich Effektivwert wieder. Dabei handelt es sich um den quadratischen Mittelwert der Spannung. Geräte ohne True RMS, sogenannte Pseudo RMS Multimeter, berechnen dagegen den Gleichrichtwert, also den Mittelwert des Betrages der Spannung, und multiplizieren ihn mit dem Formfaktor 1.11. Da der Formfaktor jedoch nur für eine sinusförmige Spannung gilt, ist die Abweichung zum tatsächlichen Effektivwert bei anderen Wechselspannungen umso größer, je mehr ihre Verläufe sie sich von einer Sinuskurve entfernen. Bei Gleichrichtern wie Dioden und Rechteckspannungen kann nur ein True RMS Multimeter den Effektivwert korrekt anzeigen.

Gleichwert und Effektivwert: Eine Vertiefung

Die physikalische Größe P bezeichnet die Leistung eines elektrisch Stroms. Vereinfacht erklärt gibt sie an, wie viel Wärme in einem Widerstand R während einer bestimmten Zeit umgesetzt wird. Sie ist bei Gleichstrom proportional zum Quadrat der Spannung. Es gilt also

P ∼U² (1)

wobei U den Gleichstrom bezeichnet.
Bei einem Wechselstrom sind sowohl die Spannung als auch die Leistung nicht konstant über die Zeit. Ein Pseudo RMS Multimeter gibt den Gleichrichtwert U wieder, bei dem ein Gleichstrom mit dieser Spannung während einer bestimmten Zeit die gleiche Wärme an einem Widerstand erzeugen würde. Beim Effektivwert geht es dagegen um den quadratischen Mittelwert der Spannung. Um den Mittelwert einer veränderbaren Funktion über einen Zeitraum zu berechnen, bildet man ein Integral über dieses Intervall. Bei einer T-periodischen, sinusförmigen Spannung ergibt sich als Wert für das Integral :

P=U²/2 (2)

Ein Vergleich der Gleichungen (1) und (2) ergibt
U²=U²/2
beziehungsweise

U=U/√2

Bild 1 erläutert die Zusammenhänge zwischen Effektivwert und Gleichrichtwert an einer Sinuskurve graphisch.

(Bild 1)

Die Integralrechnung und der Faktor √2 gelten jedoch nur, wenn keine andere Spannung der Sinuskurve überlagert wird. So ein idealer Verlauf ist in der Realität jedoch selten der Fall. Berechnet man das Integral für andere Kurven, ergeben sich andere Faktoren.

Der von einem Pseudo RMS Multimeter berechnete Gleichwert ist im Vergleich zum tatsächlichen Effektivwert

bei einer rechteckförmigen Spannung 10 Prozent zu hoch
bei einem einphasigen Gleichrichter (Diode) 40 Prozent zu niedrig
bei einem dreiphasigen Gleichrichter (Diode) 5 bis 30 Prozent zu niedrig

Wer braucht ein True RMS Multimeter?
In der Elektronik sind die meisten Spannungskurven nicht sinusförmig. Rechteck-, Sägezahn- und Dreiecksignale sind nur einige Beispiele für Verläufe, die von der reinen Sinuskurve abweichen. Wenn Sie mit Mikroprozessoren, Generatoren mit variablem Drehzahlbereich, Dimmern und Dioden arbeiten und einen zuverlässigen Wert bei Ihrer Messung erhalten möchten, sollten Sie sich daher für ein True RMS Multimeter entscheiden.

Messwertspeicher / Data-Hold

Wie hoch war der Messwert doch gleich? Wie lässt sich eine Größe vernünftig messen, wenn der Blick aufs Display versperrt ist? Wenn Ihnen solche Fragen bekannt vorkommen, ist die Hold-Funktion des Multimeters ein praktisches Ausstattungsmerkmal. Sie hilft dabei, Messwerte abzuspeichern und in Ruhe abzulesen. Je nach Anwendung bieten sich verschiedene Hold-Optionen an. Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten:

Data-Hold ist eine vom Prinzip sehr einfache, softwareseitige Funktion. In der Regel wird sie über eine eigene Taste angesteuert. Sobald Sie den Taster betätigen, „friert das Gerät den angezeigten Messwert ein“. Das heißt: Auf dem Display bleibt der aktuell gemessene Wert stehen. Praktisch ist das zum Beispiel, um Spannungen, Widerstände oder ähnliche Größen an schwer zugänglichen Orten zu ermitteln, wenn ein freier Blick auf die Anzeige nicht möglich ist. Komfortabel ist Data-Hold außerdem, um bei präzisen Messungen nicht den Überblick über alle Nachkommastellen zu verlieren. Nicht zuletzt sorgt das „Halten“ dafür, dass die Messwerte nicht ständig fluktuieren. Das bedeutet aber auch, dass Sie mit Data-Hold (nur) eine Momentaufnahme machen.

Auto-Hold ist eine Profi-Funktion, die mehr Freiheiten bei der Versuchsdurchführung gewährt. Ähnlich wie beim Data-Hold werden damit Messwerte fixiert. Allerdings müssen Sie dafür keine Taste am Gerät betätigen. Stattdessen speichert das Multimeter den Wert bei aktivierter Funktion automatisch ab, sobald die Messgröße als konstant erkannt wird. (Achtung: Wann ein Wert als stabil gilt, gibt in aller Regel der Hersteller vor!) Sollte sich ein anderer Wert einstellen, ertönt bei den meisten Modellen ein akustisches Signal und das Gerät zeigt das neue Ergebnis an. Praktisch ist diese Funktion immer dann, wenn Sie selbst mit dem Versuchsaufbau befasst sind, zum Beispiel einen Kontakt herstellen, und die Messwerte nicht gleichzeitig auslesen können. Mit dem akustischen Signal weist das Gerät auf veränderte Messergebnisse hin, was für Langzeitexperimente hilfreich ist.

Im Allgemeinen bedeutet eine Speicherung des Wertes im Zusammenhang mit der Hold-Funktion, dass der Messwert dauerhaft (bis zur manuellen Löschung) auf dem Bildschirm angezeigt wird. Die Überführung in eine interne Messwerttabelle ist üblicherweise nicht vorgesehen.

Zusammenfassend bringt die Hold-Funktion einen Gewinn an Flexibilität und Komfort, mit Auto-Hold werden manche Messungen überhaupt erst möglich (hier ersetzt die Option eine helfende Hand). Grundsätzlich wird Auto-Hold vor allem für elektrische Messgrößen verwendet, dann ist der Kauf eines entsprechenden Geräts empfehlenswert. Für andere Messungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc.) ist die Option eher zweitrangig, einfache Data-Hold-Funktionen reichen hier aus.

 

Multimeter Komfortfunktionen

Die Autorange Funktion

Das zentrale Element des Multimeters ist der Auswahlschalter, mit dem die verschiedenen Messbereiche angewählt werden. Bei näherer Betrachtung dieses Auswahlschalters werden Sie feststellen, dass ein Multimeter aus den untersten Preisklassen eine wesentlich größere Auswahlmöglichkeit für jene Messbereiche besitzt, als ein teureres Model. Wichtig zu verstehen ist, dass dies keinesfalls einen Vorteil darstellt, denn genau das Gegenteil ist der Fall.

Die Begründung liegt darin, dass der eingestellte Messbereich prinzipiell nie kleiner sein darf, als die zu erwartende Stromstärke und eben genau diese Messbereiche aus beispielsweise Ampere, Milliampere und Mikroampere müssen Sie bei solchen Multimeter Modellen manuell einstellen. Landen Sie bei einer Strommessung beispielsweise im Ampere Bereich, der Auswahlschalter ist jedoch auf Milliampere gestellt, so kann dies zu einem Schaden am Gerät führen. Genau aus diesem Grund beginnen Sie bei einer unbekannten Messgröße am Auswahlschalter immer mit dem höchsten Messbereich und tasten sich in kleinen Schritten nach unten. Diese zeitaufwändige Prozedur ist also bei jeder Messung zwingend erforderlich.

Abhilfe schafft hier die Autorange Funktion, die bereits in vielen zu erschwinglichen Preisen erhältlichen Modellen enthalten ist. Nachdem Sie mit dem Auswahlschalter den gewünschten Messbereich wie beispielsweise Ampere ausgewählt haben, überprüft das Multimeter mithilfe der Autorange Funktion automatisch, was mit den Prüfspitzen gerade gemessen wird, bzw. welche Stromstärke überhaupt vorhanden ist.

Darüber hinaus werden die Nachkommastellen im Display dementsprechend bestmöglich eingestellt. Ist eine Autorange Funktion im Multimeter vorhanden, bietet sie diesen Vorteil selbstverständlich für alle anwählbaren Messbereiche, wie beispielsweise bei der Spannungsmessung, Strommessung oder Widerstandsmessung.

Die Autorange Funktion ist also besonders dann hilfreich, wenn Sie einfach mal etwas nachmessen möchten, bei dem die Messgröße aber nicht von vornherein bekannt ist. Möchten Sie beispielsweise einen Widerstand innerhalb einer Schaltung messen und wissen nicht genau, was die Ringe auf dem Widerstand bedeuten, müssen Sie in diesem Fall lediglich die Widerstandsmessung auswählen und die Autorange Funktion ermittelt den Messbereich automatisch. Hierdurch verhindert die Autorange Funktion darüber hinaus, dass das Gerät durch die Wahl eines falschen Messbereiches beschädigt wird.

Während die Autorange Funktion gleich mehrere Vorteile für ein schnelles Nachmessen mit sich bringt, birgt sie jedoch auch Nachteile. Da die Messbereichsumschaltung prinzipiell verzögert erfolgt, ist es bei eingeschalteter Autorange Funktion beispielsweise nicht möglich, nur kurz anliegende Spannungen zu messen.

So kann es durchaus passieren, dass kontinuierlich zwischen verschiedenen Messbereichen hin- und hergeschaltet wird und Sie nichts sinnvolles vom Display ablesen können, wenn ein Schaltkreis laufend veränderte Spannungen aufweist. In diesem Fall sollte das Multimeter die Möglichkeit bieten, die Autorange Funktion deaktivieren zu können, sodass Sie in diesem Fall manuell messen können.

Fazit für Ihre Kaufentscheidung:

Die Autorange Funktion ist eine sehr sinnvolle und empfehlenswerte Komfortfunktion, aber achten Sie beim Multimeter kaufen darauf, dass diese gegebenenfalls deaktiviert werden kann. Bei unseren Produktempfehlungen weisen wir Sie hier gesondert darauf hin, ob dies möglich ist.

Schnittstelle zur Messdatenauswertung am PC, Laptop oder Smartphone

Verfügt ein Multimeter über eine optische USB-Schnittstelle, lassen sich Messwerte hierüber einfach und potentialfrei zum PC oder Laptop transferieren. Wichtig zu verstehen ist hierbei, dass der Anschluss am PC oder Laptop zwar über einen der USB Slots erfolgt, auf seiten des Multimeter jedoch ein Optokoppler mit LED Sensoren zum Einsatz kommt. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da es durch den Optokoppler möglich ist, zwischen Multimeter und PC sauber galvanisch zu trennen. Zwischen beiden Geräten kann also niemals Strom fließen und es ist ausgeschlossen, dass der PC einen Schaden davonträgt, unabhängig davon was im Multimeter passiert.

Viele moderne Multimeter sind sogar mit einer Bluetooth Schnittstelle ausgestattet, womit es Ihnen möglich ist, das Multimeter direkt mit Ihrem Smartphone zu verbinden. Eine solche Bluetooth Verbindung ist also besonders dann von großem Mehrwert, wenn Sie mit Ihrem Vielfachmessgerät viel unterwegs sind, bzw. dort messen (und aufzeichnen) wollen, wo ein PC oder Laptop nicht mal eben mit hingenommen werden kann. Ihr Smartphone haben Sie immer dabei und kann dann schnell und bequem mit der Bluetooth Schnittstelle verbunden werden. Multimeter mit Bluetooth Schnittstelle lassen sich in der Regel mit den gängigsten Smartphone Modellen wie iOS von Apple oder Android von Samsung verbinden.

Für PC basierte Systeme wird die benötigte Software in der Regel mitgeliefert, bzw. kann diese kostenlos auf der Website vom Hersteller runtergeladen werden. Möchte man hingegen eine Messdatenauswertung via Smartphone durchführen, wird eine App benötigt, welche beispielsweise im Google Playstore oder App Store von Apple kostenfrei zum Download bereit stehen. Diese Auswerte- und Visualisierungssoftware dient primär für Makroaufnahmen, als auch zur Überwachung und Aufnahme dynamischer Übergangsdaten. Sie können diese Daten bequem auswerten, abspeichern, oder zum Beispiel ausdrucken.

Fazit für Ihre Kaufentscheidung:

Die Priorisierung dieser Komfortfunktion ist einzig und allein davon abhängig, ob Sie mit Ihrem neuen Vielfachmessgerät Daten über einen Computer auswerten möchten, oder eben nicht. Achten Sie darauf, ob die Software auf Ihrem Betriebssystem (z.B. Windows 10) funktioniert.

Aufsteller

Viele Multimeter besitzen an der Rückseite einen ausklappbaren Aufsteller, welcher nicht unbedingt nötig, jedoch sehr hilfreich ist. Hiermit können Sie das Multimeter schräg hinstellen, wodurch Sie einen besseren Blick auf das Display haben. Darüber hinaus bietet dies eine komfortablere Bedienung des Gerätes.

Displaybeleuchtung

Eine weitere äußerst praktische Komfortfunktion ist die Hintergrundbeleuchtung für das Display, welche bei vielen Modellen integriert ist. Das ist besonders dann hilfreich, wenn Sie zum Beispiel an Orten wie dunklen Räumen oder abends in der Dämmerung etwas messen wollen.

 

 

Die Multimeter Sicherung

Jedes Multimeter hat einen bestimmten Messbereich, für den es ausgelegt ist. Bei vielen Geräten reicht dieser zum Beispiel bis zu 10 A und 600 V, Präzisions- und Industriemultimeter gibt es auch mit anderen Intervallen. In jedem Fall sind die Bauteile nur bis zu einer bestimmten Grenze ausgelegt, stärkere Impulse und vor allem Dauerbelastungen würden die Elektronik zerstören. Aus diesem Grund sind in Multimetern (wie in vielen Haushaltsgeräten) Sicherungen verbaut. Sie sind so etwas wie die Sollbruchstelle und unterbrechen den Stromfluss, bevor andere Komponenten Schaden nehmen.

Geräteschutz mit Feinsicherungen
Im besonderen Fall von Multimetern werden Feinsicherungen verwendet, die sich allein durch die Größe deutlich von bekannten Sicherungen (oder Überlastungsschaltern) aus dem Stromkasten unterscheiden. Auch sonst haben sie einen speziellen Aufbau.

Bei ihnen handelt es sich um Schmelzsicherungen: In einem Körper aus Keramik oder Glas befindet sich ein Metalldraht, der bei zu hohem Stromfluss nach einer bestimmten Zeit verdampft – in der Folge ist der Stromkreis unterbrochen. Wann dies stattfindet, hängt vor allem von der Dicke und dem Widerstand des Drahtes ab. Dadurch sind die Hersteller in der Lage, Feinsicherungen zu produzieren, die definierte Eigenschaften sehr genau erfüllen.

Zu den steuerbaren Einflussgrößen gehören die Ausschaltecharakteristik, das Ausschaltevermögen, die Auslösestromstärke und die Einsatzspannung. Sie alle sind bei einer (hochwertigen) Sicherung auf der Hülle oder der Metallkappe angegeben.

Die Kennzeichnung erfolgt nach folgendem Prinzip:

Am einfachsten lassen sich Spannung und Stromstärke an den Einheiten „V“ und „A“ erkennen. Hier sind Größen zu wählen, die zum Einsatzzweck passen.

Die Charakteristik wird mit einem Buchstaben codiert:

FF: superflink
F: flink
M: mittelträge
T: träge
TT: superträge

Diese Einordnung gibt an, nach welcher Zeit eine Sicherung den Stromfluss unterbricht. Das ist relevant, weil es elektrische Bauteile gibt, die beim Einschalten einen hohen Stromstoß erzeugen, der jedoch schnell an Intensität verliert. Es ist nicht gewünscht, dass die Sicherung dann sofort beim Erreichen der Nennstromstärke „durchbrennt“. Stattdessen hält zum Beispiel eine träge Sicherung einem zehnfachen Nennstrom mindestens 100 Millisekunden stand, eine flinke Sicherung unterbricht den Fluss in einem solchen Fall nach weniger als 20 Millisekunden.

Für Multimeter verwenden die Hersteller in der Regel flinke Sicherungen.

Das Schaltvermögen sagt aus, welchen maximalen Strom die Sicherung unterbrechen kann. Bei 250 Volt gelten folgende Werte:

L mindestens 35 A, meist aus Glas
E mindestens 100 A, meist aus Glas mit Sandfüllung
H mindestens 1500 A, meist aus Keramik mit Sandfüllung

Hinweis: Ein zu hoher Strom kann zur Bildung eines Lichtbogens führen, der die Sicherung überbrückt. Eine Füllung mit Quarzsand ermöglicht deutlich höhere Schaltvermögen. In hochwertigen Geräten (für hohe Messbereiche) sind deshalb häufig sandgefüllte Sicherungen aus Keramik verbaut.

Welche Sicherung ist die richtige?
Wie beschrieben, gibt es Feinsicherungen mit vielen verschiedenen Eigenschaften. Um die Funktion und den Schutz des Multimeters (und seiner Anwender) zu bewahren, ist es wichtig, die vom Hersteller vorgegebenen Sicherungen zu verwenden. Entsprechende Angaben finden sich im Datenblatt und auf den verbauten Originalteilen.

Multimeter mit zwei Sicherungen
Wenn Sie Ihr Multimeter öffnen (Achtung: Garantien und Gewährleistungen können erlöschen) , werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass zwei Sicherungen verbaut sind. Dies ist bei hochwertigen Geräten mit breiten Messintervallen der Fall. Grund dafür ist, dass es eine Sicherung für den mA-Bereich und eine für den A-Bereich gibt. Auch unterscheiden sich die verbauten Elemente zum Teil nach den Messkategorien CAT III (in der Gebäudeinstallation) und CAT IV (an Hauptanschlüssen etc.). Die Umstellung auf die Schaltung mit entsprechendem Schutz erfolgt intern durch die Wahl am Stellrad, wichtig ist nur, die richtige Variante an passender Stelle einzusetzen.

Baugröße von Sicherungen
Die üblichen Abmessungen für Feinsicherungen in Europa sind 5 x 20 Millimeter. Daneben gibt es das amerikanische Maß und Sondergrößen. Die passende Bauform nach Herstellerangaben ist beim Kauf eines Ersatzteils zu berücksichtigen.

Benötigen Sie eine neue Sicherung für Ihr Multimeter?